Hallo - willkommen im Waldland Hohenroth
“ Mit dem Förster sind wir den Waldtieren auf der Spur
“
Brigitte Wambsganß, Westfälische Rundschau / Hubertus Melcher, Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein
Eichhörnchen frühstücken am liebsten Zapfensamen
Waldtiere sind scheu. Meistens verkrümeln sie sich,
wenn Spaziergänger auftauchen. Dass in unseren Wäldern ganz schön was los
ist, erkennen Experten wie Förster Hubertus Melcher auf den ersten Blick.
Zurzeit sieht man besonders gut, wo Eichhörnchen, Hasen, Rehe und Füchse
unterwegs waren. Spuren und Fährten sind im Schnee gut zu erkennen.
„Es gibt viele Nachweise, an denen man erkennen kann, dass es diese Tiere
gibt", stellt Hubertus Melcher fest. Er ist Leiter des Jugendwaldheims
Gillerberg des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen.
Regelmäßig geht er mit Schulklassen auf Spurensuche. „Eine Spur
hinterlassen Tiere mit Pfoten - also Eichhörnchen, Fuchs und Hase",
erklärt der Förster. Fährten gehören zu Paarhufern – wie Reh, Hirsch oder
Wildschwein.
Eine gefrorene Schneedecke überzieht den Wald auf dem Giller. Förster
Melcher wählt einen breiten Waldweg, der zum Rothaarsteig gehört. Nach
wenigen Metern stoppt er. „Hier – das war ein Eichhörnchen. Das ist die
typische Rautenspur." Vorne sind zwei größere Abdrücke zu erkennen,
dahinter zwei kleinere. Witzig: Die vorderen Abdrücke gehören zu den
Hinterbeinen, die hinteren kleinen zu den Vorderpfoten: „Die Hinterbeine
überholen sozusagen die Vorderbeine", erklärt der Förster.
Dass Waldtiere auch bei Schnee noch Nahrung finden, verrät die Sammlung
abgenagter Zapfen unter einer Fichte: Hier hat ein Eichhörnchen offenbar
ausgiebig gefrühstückt – und die Reste liegen gelassen. Die Tiere nagen
die harten Schuppen ab und futtern einen Samen nach dem andern auf.
Und wo
schlafen die Eichhörnchen?
Im Kobel – so nennen die Fachleute die Nester,
die sich die Tiere im Baum bauen.
Im Schnee kann man sehen, wohin der Hase läuft
Hasen schlagen Haken, können gut springen und sich
enorm schnell fortbewegen. Auf trockenem Gelände können Laien kaum
erkennen, wohin der Feldhase hoppelt. Deutliche Spuren hinterlassen die
Langohren allerdings im Schnee.
Förster Hubertus Melcher, Leiter des Jugendwaldheims Gillerberg, erklärt
beim Waldspaziergang für die „Kindernachrichten" in unserer Zeitung, woran
eine Hasenspur zu erkennen ist: Vorne hinterlässt das Tier zwei große,
nebeneinander liegende Abdrücke der Hinterpfoten. Dahinter zeichnen sich
die beiden in einer Linie angeordneten Vorderpfoten ab. Förster Melcher:
„Beim Springen überholen die Hinterbeine die Vorderbeine – wie beim
Eichhörnchen."
Die Waldmaus hat eine Vorratskammer
Auch kleine Tiere hinterlassen im Schnee ihre Spuren.
Unter einem Baumstamm hat Förster Hubertus Melcher beim Spaziergang für
unsere Kindernachrichten-Serie ein Loch entdeckt: „Das gehört einer
Waldmaus", erklärte er. Winzige Spuren führen zu der Höhle des Tieres. Und
drumherum liegen eine Menge Mäuseköttel.
Die Höhlen bestehen immer aus einer Vorratskammer für Winterzeiten, einer
Schlaf- und einer Aufzuchtskammer – so eine Beschreibung auf der
Internetseite des NAJU-Landesverbandes (Naturschutzjugend im
Naturschutzbund NABU) Niedersachsen. Die Waldmaus wiegt nur 15 bis 30
Gramm und ist acht bis elf Zentimeter klein. Sie hat hellbraunes bis
rötlich braunes Fell. Ihr Schwanz ist fast so lang wie ihr Körper.
Wo sich Waldtiere aufhalten, kann man nicht nur an ihren Spuren oder
Fährten sehen. „Fraß- und Kotspuren, Teile von Tieren wie Federn und Haare
oder Lageplätze sind weitere Hinweise", erklärt der Förster.
Bei Rehen geht es um die Fährte
Eindeutig: Hier war ein Reh unterwegs.
„Die Fährten von Rehen sind im Schnee sehr gut zu
erkennen", kündigt Hubertus Melcher beim Spaziergang im Wald hinter dem
Gillerbergheim an. Der Förster leitet das Haus, das zum Landesbetrieb Wald
und Holz NRW gehört. Hier auf dem Rothaarkamm verbringen Schulklassen eine
Woche inmitten der Natur. Hubertus Melcher bringt den Kindern bei, wie sie
Hinweise auf Waldtiere deuten können.
Bei Rehen sprechen die Fachleute nicht von Spuren, sondern von Fährten.
Grund: Die Tiere gehören zu den Paarhufern – genau wie Wildschwein und
Hirsch. Wir entdecken sehr deutliche Abdrücke von Rehhufen neben einem
Holzstapel. „Die Vorderzehen des Rehes haben sich zum Huf entwickelt. Die
Hinterzehen haben sich zurückgebildet – man nennt das ,Geäfter'", erklärt
Förster Melcher.
Und wie kommen Rehe durch diesen kalten Winter? Ihre Körpertemperatur
fällt – die Tiere ruhen viel und verbrauchen weniger Energie. Deshalb sei
es gut, dass wegen der starken Schneefälle wenig Menschen in den Wald
gekommen seien und die Tiere in ihrer Ruhephase gestört hätten.
Rehe sollen im Winter nicht gestört werden.
Fotos und Bericht: Brigitte Wambsganß, Westfälische Rundschau 2010
Brigitte Wambsganß, Westfälische Rundschau / Hubertus Melcher, Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein
Eichhörnchen frühstücken am liebsten Zapfensamen Im Schnee kann man sehen, wohin der Hase läuft Die Waldmaus hat eine Vorratskammer Bei Rehen geht es um die Fährte
Waldtiere sind scheu. Meistens verkrümeln sie sich,
wenn Spaziergänger auftauchen. Dass in unseren Wäldern ganz schön was los
ist, erkennen Experten wie Förster Hubertus Melcher auf den ersten Blick.
Zurzeit sieht man besonders gut, wo Eichhörnchen, Hasen, Rehe und Füchse
unterwegs waren. Spuren und Fährten sind im Schnee gut zu erkennen.
„Es gibt viele Nachweise, an denen man erkennen kann, dass es diese Tiere
gibt", stellt Hubertus Melcher fest. Er ist Leiter des Jugendwaldheims
Gillerberg des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen.
Regelmäßig geht er mit Schulklassen auf Spurensuche. „Eine Spur
hinterlassen Tiere mit Pfoten - also Eichhörnchen, Fuchs und Hase",
erklärt der Förster. Fährten gehören zu Paarhufern – wie Reh, Hirsch oder
Wildschwein.
Eine gefrorene Schneedecke überzieht den Wald auf dem Giller. Förster
Melcher wählt einen breiten Waldweg, der zum Rothaarsteig gehört. Nach
wenigen Metern stoppt er. „Hier – das war ein Eichhörnchen. Das ist die
typische Rautenspur." Vorne sind zwei größere Abdrücke zu erkennen,
dahinter zwei kleinere. Witzig: Die vorderen Abdrücke gehören zu den
Hinterbeinen, die hinteren kleinen zu den Vorderpfoten: „Die Hinterbeine
überholen sozusagen die Vorderbeine", erklärt der Förster.
Dass Waldtiere auch bei Schnee noch Nahrung finden, verrät die Sammlung
abgenagter Zapfen unter einer Fichte: Hier hat ein Eichhörnchen offenbar
ausgiebig gefrühstückt – und die Reste liegen gelassen. Die Tiere nagen
die harten Schuppen ab und futtern einen Samen nach dem andern auf.
Und wo
schlafen die Eichhörnchen?
Im Kobel – so nennen die Fachleute die Nester,
die sich die Tiere im Baum bauen.
Hasen schlagen Haken, können gut springen und sich
enorm schnell fortbewegen. Auf trockenem Gelände können Laien kaum
erkennen, wohin der Feldhase hoppelt. Deutliche Spuren hinterlassen die
Langohren allerdings im Schnee.
Förster Hubertus Melcher, Leiter des Jugendwaldheims Gillerberg, erklärt
beim Waldspaziergang für die „Kindernachrichten" in unserer Zeitung, woran
eine Hasenspur zu erkennen ist: Vorne hinterlässt das Tier zwei große,
nebeneinander liegende Abdrücke der Hinterpfoten. Dahinter zeichnen sich
die beiden in einer Linie angeordneten Vorderpfoten ab. Förster Melcher:
„Beim Springen überholen die Hinterbeine die Vorderbeine – wie beim
Eichhörnchen."
Auch kleine Tiere hinterlassen im Schnee ihre Spuren.
Unter einem Baumstamm hat Förster Hubertus Melcher beim Spaziergang für
unsere Kindernachrichten-Serie ein Loch entdeckt: „Das gehört einer
Waldmaus", erklärte er. Winzige Spuren führen zu der Höhle des Tieres. Und
drumherum liegen eine Menge Mäuseköttel.
Die Höhlen bestehen immer aus einer Vorratskammer für Winterzeiten, einer
Schlaf- und einer Aufzuchtskammer – so eine Beschreibung auf der
Internetseite des NAJU-Landesverbandes (Naturschutzjugend im
Naturschutzbund NABU) Niedersachsen. Die Waldmaus wiegt nur 15 bis 30
Gramm und ist acht bis elf Zentimeter klein. Sie hat hellbraunes bis
rötlich braunes Fell. Ihr Schwanz ist fast so lang wie ihr Körper.
Wo sich Waldtiere aufhalten, kann man nicht nur an ihren Spuren oder
Fährten sehen. „Fraß- und Kotspuren, Teile von Tieren wie Federn und Haare
oder Lageplätze sind weitere Hinweise", erklärt der Förster.
Eindeutig: Hier war ein Reh unterwegs.
„Die Fährten von Rehen sind im Schnee sehr gut zu
erkennen", kündigt Hubertus Melcher beim Spaziergang im Wald hinter dem
Gillerbergheim an. Der Förster leitet das Haus, das zum Landesbetrieb Wald
und Holz NRW gehört. Hier auf dem Rothaarkamm verbringen Schulklassen eine
Woche inmitten der Natur. Hubertus Melcher bringt den Kindern bei, wie sie
Hinweise auf Waldtiere deuten können.
Bei Rehen sprechen die Fachleute nicht von Spuren, sondern von Fährten.
Grund: Die Tiere gehören zu den Paarhufern – genau wie Wildschwein und
Hirsch. Wir entdecken sehr deutliche Abdrücke von Rehhufen neben einem
Holzstapel. „Die Vorderzehen des Rehes haben sich zum Huf entwickelt. Die
Hinterzehen haben sich zurückgebildet – man nennt das ,Geäfter'", erklärt
Förster Melcher.
Und wie kommen Rehe durch diesen kalten Winter? Ihre Körpertemperatur
fällt – die Tiere ruhen viel und verbrauchen weniger Energie. Deshalb sei
es gut, dass wegen der starken Schneefälle wenig Menschen in den Wald
gekommen seien und die Tiere in ihrer Ruhephase gestört hätten.
Rehe sollen im Winter nicht gestört werden.
Fotos und Bericht: Brigitte Wambsganß, Westfälische Rundschau 2010
